JUSTINA MONCEVICIUTE – CLAYTHING

Die Möglichkeit, ein festes Material wie Keramik in eine textile Fläche zu transformieren, eröffnet neue Spielräume für die Zukunft. Justina Monceviciute ermöglicht dies mit ihrem Projekt „Claything“ und setzt traditionelle Handwerkstechniken in einen neuen Kontext.

Perlenarbeiten, Weben und Stricken sind jahrhundertealte Textiltechniken, denen logische Anordnungen zugrunde liegen. Durch das Überkreuzen von Fäden, das Knüpfen und Verweben entstehen flexible Flächen. Für ihr Projekt „Claything“ modelliert die Designerin Justina Monceviciute Perlen aus Ton, die sie anschließend mit einer speziellen Knüpft echnik in Kombination mit elastischen Garnen in einer Fläche zusammenführt. Durch diese Technik erhalten die keramischen Perlen eine neue Dynamik und Geschmeidigkeit, während sie ihre Stabilität beibehalten. „Claything“ erweitert die Anwendungsmöglichkeiten von Ton und schafft so eine Möglichkeit, Keramik in Mode-, Interieur Design und Architektur zu integrieren.

Ton ist ein natürliches, umweltfreundliches Material mit vielen positiven Eigenschaft en. Er ist in gebrannter Form sehr stabil, widerstandsfähig gegenüber hohen Temperaturen und nach dem Gebrauch leicht zu recyceln. Da die Tonperlen in Handarbeit hergestellt werden, unterscheiden sie sich in Form, Größe und Farbe. Die Vision der Designerin ist es, die Industrie dahingehend herauszufordern, die Ästhetik handgearbeiteter Produkte in Zukunft mit seriellen Technologien zu ermöglichen.

Zurzeit arbeitet Justine Monceviciute an neuen Materialzusammensetzungen, die das Mikroklima in Innenräumen verbessern können. Ihre Idee ist es, keramische Gegenstände zu kreieren, die ohne Motor oder externe Energiequelle zur Kühlung von Räumen beitragen. Dazu analysiert die Designerin das Ausgangsmaterial und experimentiert mit Töpfer- und 3D-Drucktechniken. Denn obwohl Ton schon seit Jahrtausenden verwendet wird – sein Potenzial ist noch lange nicht vollends ausgeschöpft.