SHAHAR LIVNE – MEAT FACTORY

Fleisch: Für die einen Genuss, für die anderen Ekel. Mit ihrem Projekt „Meat Factory“ möchte die israelische Designerin Shahar Livne die zwei widersprüchlichen Empfindungen für Fleisch zum Ausdruck bringen.

Sie selbst ist seit 15 Jahren Vegetarierin. Als Designerin ist sie häufig vor die Wahl eines Materials gestellt. Umweltbewusste Entscheidungen zu treffen, ist ihr dabei besonders wichtig. Trotz ihres emotionalen Konflikts mit tierischen Produkten, beschäftigte sie sich im Rahmen ihres Projekts „Meat Factory“ mit einem Abfallprodukt der Fleischindustrie: Sie experimentiert mit Blut als Material und Farbstoff, um einen Weg zu finden, auch diesen Teil des Tieres im respektvollen Umgang mit der Natur zu verwenden

Wenn ein Tier industriell geschlachtet wird, fällt eine Menge Blut an. Das Ablassen des Bluts verändert die Farbigkeit des Fleischs, das dadurch einen gräulichen Ton annimmt. Industrielle Lebensmittelzusatzstoffe steigern die Attraktivität des Fleischs, beeinflussen Textur, Farbe, Geruch und Geschmack. Das Blut – ein Nebenprodukt der Schlachtung – findet meist keine weitere Verwendung.

Mit „Meat Factory“ wagt sich Shahar Livne aus ihrer Komfortzone und entwickelt eine „Blut Tinte“, mit der sie in Siebdrucktechnik Poster koloriert, die Fleischstücke abbilden.

Das Pigment besteht im Rohzustand aus 100% getrocknetem Blut und wird mithilfe von Zusatzstoffen für verschiedene Färbetechniken wie den Siebdruck angepasst.

In einem zweiten Versuch arbeitet sie mit Biokunststoffen aus Lebensmittelzusatzstoffen, deren Textur und Farbe Fleisch imitiert. Ihre Vision: Aus Blut und Lebensmittelzusatzstoffen künstliches, nachhaltiges Fleisch und Lederalternativen herzustellen.