IM GESPRÄCH MIT DEN MACHERN DER MUNICH FABRIC START

Über Leidenschaft als Motivator, den Mut zum Risiko, das klare Bekenntnis zu München, über Haltung und Respekt gegenüber dem Vorhandenem und dem Machbaren. Über Werteverständnis und Autonomie.

Die MUNICH FARBIC START bietet kontinuierlich ein sich veränderndes und zunehmend breites Spektrum an Themen, an Interaktionen, an neuen Formaten. Welche Motivation steckt dahinter?

Wolfgang Klinder: Das ist pure Leidenschaft verbunden mit dem professionellen Anspruch einer permanenten Optimierung einzelner Segmente. Eine Veranstaltung wie die MUNICH FABRIC START darf nicht stagnieren. Sie muss immer wieder neue Impulse setzen, die Branche in Bewegung halten, Anregungen geben, Veränderungen im Markt aufgreifen. Wir haben in zurückliegenden Jahren bewiesen, dass wir die nötige Sensibilität besitzen und sicherlich auch über Erfahrung und Know-how verfügen, um diese Ausschläge abzubilden. Nicht alles gelingt auf Anhieb. Da braucht es hin und wieder auch Mut zu Kurskorrekturen.

Wir sind selbstkritisch genug, um Formate immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Da wir aber nicht auf einer einsamen Insel agieren, sondern uns im permanenten Austausch mit Ausstellern und Besuchern befinden, existiert ein gesundes und belebendes Korrektiv, um die Dinge in die richtige Richtung zu lenken. Oder auch Bereiche und Initiativen nachzujustieren.

Industrie 4.0, Internationalisierung, sich auflösende Saisons, eine immer stärkere Vernetzung, der Einfluss sozialer Medien… Bleibt da zukünftig noch ausreichend Energie für das Kerngeschäft?

Sebastian Klinder: Die Anforderungen der derzeit großen Umwälzungen sind sehr komplex und in vielen Bereichen weder klar definiert noch ausgereift. Unser Kerngeschäft ist und bleibt bei all den Veränderungen eindeutig die Schaffung einer funktionierenden Plattform für die Textil- und Modebranche. Verbunden mit einem interaktiven Networking. Da haben wir bereits in den letzten Jahren eine klare strategische Ausrichtung eingeschlagen, die wir konsequent weiter verfolgen. Wir haben uns flächenmäßig vergrößert, immer aber im Hinblick auf eine noch fundiertere Spezialisierung und thematische Vertiefung innerhalb der jeweiligen Segmente.

Mit dem KEYHOUSE ist ein pulsierendes und leistungsstarkes Kompetenzzentrum mit wechselnden fachspezifischen Interaktionen entstanden. Mit der BLUEZONE verfügen wir über eine der weltweit bedeutendsten Denim- und Sportswear Shows. Mit dem umfassenden Portfolio im MOC über eines der international größten Spektren in den Bereichen Fabrics und Additionals. Dies sind stabile Größen eines erfolgreichen Business und in der Summe das Herzstück der MUNICH FABRIC START.
Darüber hinaus wird es Modifizierungen geben, neue Bereiche werden integriert, spezielle Sparten neu definiert. Wir werden die entstehenden Marktentwicklungen sehr genau beobachten und verantwortungsvoll reagieren und agieren. Hin und wieder sicherlich auch mit einem bewusst kalkulierten Risiko.

In Zeiten einer immer größeren Internationalisierung fokussiert die MUNICH FABRIC START ihre Aktivitäten bewusst auf den Messestandort München.

Frank Junker: Wir sehen in diesem klaren Bekenntnis eine zusätzliche Profilschärfung und Stärkung der Messe. Es ist eine Konzentration bei gleichzeitiger Verlässlichkeit. Die Möglichkeiten, die München als eine der erfolgreichsten europäischen Wirtschaftsmetropolen bietet, gilt es auszuschöpfen.
So wurde die faszinierende Architektur und räumliche Gestaltung der BMW Welt für exklusive Formate genutzt, wie beispielsweise für die international beachteten Lectures von Li Edelkoort, die wiederholt ihre visionären modischen Ausblicke im Rahmen der MUNICH FABRIC START vorstellte. Unser umfassendes Leistungsspektrum ist eng verbunden mit dem Selbstverständnis größtmöglicher Serviceleistungen. Dazu gehören gewachsene, verlässliche Partnerschaften, angefangen vom Catering, über flexible und dicht getaktete Shuttle-Angebote bis hin zu individuellen Standgestaltungen in enger Abstimmung mit Ausstellern und Messebauern.

Zu unserer unternehmerischen Verantwortung gegenüber unseren Partnern und dem gesamten Team gehört zweifelsohne die Identifizierung mit dem Standort. Diese eindeutige Haltung zeugt auch von Respekt gegenüber dem Vorhandenen und dem sich daraus ergebenden Möglichen.

 

Text: Marita Sonnenberger, MUNICH FABRIC START