ALTE KOSTÜME IN NEUE KUNSTSTOFFE VERWANDELN: DIE SPANNUNG ZWISCHEN DEN ZEITEN

Die Fotografie von Suzanne Jongmans untersucht die Beziehung zwischen Gegenwart und Vergangenheit sowie die Vergänglichkeit und Verwundbarkeit der unsichtbaren und immateriellen Zeit. Seit 2007 arbeitet die niederländische Fotografin an ihrer Serie Foam Sculptures, inspiriert von Gemälden des 16. und 17. Jahrhunderts.

Ihre melancholisch-warmen Kompositionen voller ephemerer Juwelen beschreibt Jongmans selbst als: „Elemente der Gegenwart wie der Vergangenheit.“ Weiter erklärt sie:

„Die Objekte in meiner Arbeit werden als Wertesymbole verwendet. Ich mutiere alte Kostüme zu neuen Kunststoffen und alte Meister in neue fotografische Arbeiten. Durch die Verwendung von zeitfremden Materialien wie Kunststoffen erschaffe ich eine Zeitkreuzung; eine Spannung der Zeit.”

Währenddessen erinnern die Fotografien selbst mit ihrer technischen Raffinesse, ihrem theatralischen Element und ihrer malerischen Beleuchtung an die Porträts von Holbein, Piero Della Francesca, Van Eyck, Clouet, Vermeer und Hollands Golden Age und erzeugen mit dieser Dichotomie eine Zeitspannung in sich. Die aus diesem Verständnis resultierenden Fotografien vermitteln Eleganz und Zeitlosigkeit und hinterfragen unser kontemporäres Konsumverhalten und dessen räuberische Abfallproduktion.